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Zusammenfassung

Verwenden Sie Visual Studio 2008 Express Edition, um Access um .NET-Klassen zu erweitern.

Techniken

Visual Basic 2008, .NET, COM

Voraussetzungen

Access 2003 und höher, Visual Basic 2008 Express Edition

Beispieldateien

-

Shortlink

580

Visual Basic 2008 Express Edition

André Minhorst, Duisburg

Seit Jahren warten die Access-Entwickler auf Meldungen aus Redmond, ob und wann VB.NET in Access Einzug halten wird oder ob es vielleicht sogar eine Art VBA.NET geben wird. Nichts dergleichen geschieht: Der Aufwand, VBA durch eine modernere Version der Sprache zu ersetzen, dürfte nämlich sehr hoch sein. Immerhin gibt es immer mehr und bessere Möglichkeiten, Access und die .NET-Welt zu verquicken. Deshalb haben wir einen Blick auf die neue Version der kostenlosen Express Edition von Visual Studio .NET 2008 geworfen.

Express Edition

Die Express Edition von Visual Studio 2008 (man beachte: das .net ist aus der Produktbezeichnung verschwunden, übrigens schon seit der Version 2005) ist eine abgespeckte Version, die man sich je nach Wunsch in einer der Geschmacksrichtungen Visual Basic 2008, C# 2008, Visual C++ 2008 oder Visual Web Developer 2008 auf den Rechner holen kann (s. Abb. 1).

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Abb. 1: Der Startbildschirm der Visual Studio 2008 Express Editions

Damit steht ersten eigenen Erfahrungen im Umgang mit den jeweiligen Sprachen in der brandneuen Entwicklungsumgebung nichts mehr im Wege. Es lässt sich schon einiges damit anfangen, wenngleich der geneigte Office-Entwickler mit der Vollversion von Visual Studio 2008 natürlich besser bedient ist. Immerhin bietet die kostenlose Einsteigerversion einige wenige Projektvorlagen, mit denen sich etwas anfangen lässt - dazu jedoch später mehr, erst einmal will Visual Basic 2008 Express Edition auf dem Rechner installiert sein.

Visual Basic 2008 schnell installiert

Nicht, dass dies größere Probleme mit sich bringt: Allerdings kommt die Software entweder in Form einer Online-Installation oder eines .iso-Files von schlappen 3 GB, das man sich zunächst auf den Rechner und dann auf eine DVD ziehen muss [1].

Letzteres kann man sich aber sparen, indem man sich die Daemon Tools besorgt, die das Erzeugen eines virtuellen DVD-Laufwerks ermöglichen [2].

Auf diese Weise können Sie die auf den Rechner geladene .iso-Datei „mounten“; das heißt, dass die Software einen zusätzlichen Laufwerksbuchstaben einrichtet, in dem sich scheinbar die in der .iso-Datei enthaltene DVD befindet.

Dazu bedarf es nur weniger Schritte: Installieren Sie den Virtual DAEMON Manager, starten Sie ihn und rufen Sie aus dem Infobereich der Startleiste sein Kontextmenü durch einen Rechtsklick auf das entsprechende Symbol auf.

Über Virtual CD/DVD-ROM|Device 0: [E:] No Media|Mount image zeigen Sie einen Dialog zum Auswählen der .iso-Datei an.

Alternativ können Sie die Datei natürlich auch mit einem geeigneten Programm auf DVD brennen, aber der Zugriff auf eine gemountete .iso-Datei geht schon sehr fix.

Installation

Bei der Installation gibt es keine wirklich entscheidenden Varianten: Einzig bei knappem Speicherplatz sollte man auf die MSDN Express Library verzichten, die erstens online verfügbar ist und dort auch regelmäßig aktualisiert werden dürfte - gerade bei einem so jungen Produkt macht das Sinn (s. Abb. 2).

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Abb. 2: Die MSDN Express Library braucht man nicht unbedingt zu installieren, da sie auch online verfügbar ist.

Projektarten

Visual Basic 2008 Express Edition geizt im Vergleich zur Vollversion natürlich etwas mit Projektvorlagen, was im Detail wie in Abb. 3 aussieht.

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Abb. 3: Die Projektvorlagen von Visual Basic 2008 Express Edition

Für VBA-Entwickler fehlen hier wohl vor allem die Vorlagen zum Erstellen von Office-Erweiterungen: Diese bisher in einem separaten Produkt namens Visual Tools for Office (VSTO) erscheinenden Vorlagen sind nun in die meisten Visual Studio 2008-Versionen eingebaut - mit Ausnahme der Express Editions und der Standard Edition.

Was Sie damit verpassen, lesen Sie zum Beispiel in [3].

Immerhin gibt es noch die Windows Forms-Anwendung, mit der sich herkömmliche Anwendungen erstellen lassen, sowie Klassenbibliotheken, die beispielsweise als DLLs herhalten.

Und gerade Letzteres ist sehr interessant: Damit können Sie nämlich die Klassen des .NET-Frameworks, das im Übrigen zusammen mit Visual Basic 2008 Express Edition in der Version 3.5 auf Ihrem Rechner landen wird, verwenden und es fällt Ihnen vermutlich nicht schwer zu glauben, dass Sie den Umfang der standardmäßig mit Access gelieferten Möglichkeit damit sehr erweitern können.

Grundlagen zum Eigenbau von Access-Erweiterungen

In den folgenden beiden Beiträgen .NET-Klassen und Formulare in Access nutzen (Shortlink 582) und Visual Basic 2008 Express Edition (Shortlink 584) erfahren Sie, wie Sie Visual Basic 2008 einsetzen, um aktuelle Access-Versionen wie Access 2003 und Access 2007 um .NET-Klassen zu erweitern.

Was bringt das? Vielleicht hat der eine oder andere von Ihnen schon einmal ein Add-In auf Access-Basis erstellt und sich geärgert, dass man dies nur über fest definierte Stellen aufrufen konnte - beispielsweise als Assistent bei der Erstellung von Objekten, als Steuerelement-Assistent oder einfach als über das Add-Ins-Menü erreichbarer Eintrag.

Mit COM haben Sie ganz andere Möglichkeiten:

  • Sie können COM-Klassen in Form von DLLs erzeugen, die Sie von VBA aus referenzieren und deren Methoden, Eigenschaften und Ereignisse Sie in eigenen VBA-Prozeduren nutzen - natürlich erst, nachdem Sie diese deklariert und instanziert haben.
  • Diese Ereignisse oder Methoden können Sie mit allen Möglichkeiten bestücken, die das .NET-Framework bietet - und das sind immerhin ein paar tausend Klassen. Wir werden sicher in weiteren Beiträgen darauf zurückkommen und konkrete Beispiele vorstellen.
  • Sie können auch die visuellen Elemente von Visual Basic einsetzen, also beispielsweise Winforms und die zahlreichen dafür vorbereiteten Steuerelemente.
  • Sie können COM-Add-Ins bauen, die sich in Form von Menü- oder Ribbon-Einträgen in die Benutzeroberfläche von Access integrieren und von dort aus die enthaltenen Funktionen aufrufen. Diese können wiederum einfache Methoden auslösen oder auch visuelle Elemente anzeigen.
  • Mit Visual Basic 2008 Express Edition können Sie auch einfach ein COM-Add-In bauen, das das Ribbon benutzerdefiniert anpasst. Wie das unter VB6 geht, erfahren Sie im Beitrag Accessweites Ribbon mit VB6 (Shortlink 526).
  • Sie können Custom Task Panes programmieren - im Beitrag Custom Task Panes mit VB6 (Shortlink 528) können Sie die grundsätzliche Vorgehensweise nachlesen, unter Visual Basic 2008 funktioniert dies ganz ähnlich.

Für knallharte Programmierer ergeben sich noch weitere Möglichkeiten, denn COM-Add-Ins lassen sich natürlich auch in die VBA-Entwicklungsumgebung einbauen. Ein Beispiel dafür finden Sie in einem weiteren Beitrag in einer der folgenden Ausgaben.

Zusammenfassung und Ausblick

Wer mit den eingebauten Möglichkeiten von Access noch nicht zufrieden ist, kann selbst Hand anlegen und Access fast beliebig erweitern.

Haben Sie Vorschläge oder Wünsche? Schreiben Sie uns unter info@access-im-unternehmen.de, wir freuen uns über Ihre Ideen.

Quellen

[1] Download Visual Studio 2008 Express Edition: http://www.microsoft.com/express/download/

[2] Daemon Tools: http://www.daemon-tools.cc

[3] What‘s new in Visual Studio Tools for Office: http://msdn2.microsoft.com/en-us/library/86bkz018.aspx

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