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Diesen Beitrag finden Sie in Ausgabe 6/2007.

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Zusammenfassung

Verwenden Sie die Access 2007-Runtime, um Access-Datenbanken auch auf Rechnern ohne Access 2007 einzusetzen.

Techniken

Installation, Runtime

Voraussetzungen

Access 2007-Runtime, Access 2000 oder höher

Beispieldateien

-

Shortlink

512

Access 2007-Runtime und Developer Extensions

André Minhorst, Duisburg

Über Access 2007 gibt es verschiedene Meinungen. Eines aber ist gewiss: Die kostenlose Bereitstellung der in den bisherigen Access-Versionen kostenpflichtigen Runtime-Version von Access ist ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt - zumal die Runtime auch Access-Datenbanken älterer Bauart öffnet. Wo Sie die Access 2007-Runtime und die dazugehörenden Dateien finden und was Sie beim Entwickeln von dafür ausgelegten Datenbanken berücksichtigen müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Download

Für die reine Installation der Access 2007-Runtime auf dem Zielrechner benötigen Sie lediglich die Setup-Datei aus [1].

Beachten Sie, dass eine Installation der Runtime-Version Probleme erzeugen kann, wenn bereits Access 2007 auf dem Rechner installiert ist - dies kann daran liegen, dass man dann die deutsche Vollversion mit der englischen Runtime "vermischt".

Des Weiteren liefert die englische Runtime-Version mitunter auch englischsprachige Meldungen. Die Setup-Datei namens AccessRuntime.exe verhält sich ausgesprochen zurückhaltend: Sie verlangt kurz nach der Bestätigung der Lizenzbedingungen und wird dann installiert. Zusätzliche Tools nicht nur für die Weitergabe von Access-Datenbanken liefern die Access Developer Extensions aus [2]. Das Paket enthält folgende Programme, die sich nahtlos in die Benutzeroberfläche der Vollversion von Access 2007 einklinken, wie Abb. 1 zeigt:

pic001.tif

Abb. 1: Die verschiedenen Elemente der Access Developer Extensions öffnet man über das Office-Menü von Access.

  • Der Verpackungsassistent dient dem Erstellen von Windows Installer Packages, die Ihre Access-Anwendung sowie weitere benötigte Dateien wie etwa die Access-Runtime oder zusätzliche Komponenten enthält.
  • Die Funktion Save As Template... speichert eine Datenbank als Vorlage ab, auf deren Basis Sie später neue Datenbanken anlegen können.
  • Create From SourceSafe... erstellt eine Datenbank aus den im Quellcodeverwaltungssystem Visual Source Safe (VSS) gespeicherten Informationen. Dazu muss VSS installiert sein. VSS ist beispielsweise Bestandteil diverser Visual Studio-Versionen und somit kostenpflichtig.
  • Weitere VSS-Funktionen finden Sie in einem eigenen Tab des Ribbons (s. Abb. 2).
pic002.tif

Abb. 2: Die Funktionen von Visual Source Save stehen in einem eigenen Ribbon-Tab bereit.

Datenbanken mit der Runtime verwenden

Für das Verwenden einer Datenbank mit der Access 2007-Runtimeversion gibt es einige wichtige Hinweise - so sind beispielsweise die folgenden Elemente nicht verfügbar:

  • Navigationsbereich
  • eingebaute Ribbon-Elemente
  • Onlinehilfe
  • Elemente der Benutzeroberfläche zum Entwerfen von Formularen und Berichten sowie der VBA-Editor

Runtime-Modus für
Access 2007-Anwendungen

Ein genaues Bild vom Aussehen einer Datenbank, die mit der Runtime-Version von Access geöffnet wird, können Sie sich ganz einfach machen, indem Sie die Dateiendung von .accdb in .accdr ändern und die Datenbank dann öffnen - dazu benötigen Sie noch nicht einmal die Runtime-Version. Wie in Abb. 3 zeigt sich die Anwendung in der Runtime-Version ohne spezielle Anpassungen äußerst karg und bietet noch nicht einmal die Möglichkeit, irgendein Formular zu öffnen.

pic003.tif

Abb. 3: Eine Access-Anwendung unter Access 2007 im Runtime-Modus

Runtime auch für ältere Access-Versionen

Der Clou der Access 2007-Runtime ist, dass diese auch Access-Datenbanken älterer Versionen, also .mdb-Dateien, öffnet. Sie brauchen also noch nicht einmal die Vollversion von Access 2007 einzusetzen, um Datenbanken mit Access 2007 weiterzugeben. Dies kann dann beispielsweise wie in Abb. 4 aussehen. Das Ribbon wirkt zwar wegen seiner Höhe ein wenig überdimensioniert für die Menüleiste der Datenbank, aber davon abgesehen funktioniert die Anwendung reibungslos. Ohne ein benutzerdefiniertes Menü würde aber auch hier eine Steuerung der Elemente der Benutzeroberfläche fehlen.

pic005.tif

Abb. 4: Eine mit der Access 2007-Runtime geöffnete .mdb-Datei

Die gute Nachricht ist, dass das Aussehen der Menüleiste im Ribbon stark von den Einstellungen des Start-Dialogs unter Access 2003 und älter abhängt.

So können Sie beispielsweise durch Deaktivieren der Eigenschaft Eingebaute Symbolleisten zulassen dafür sorgen, dass die Menüleiste fast genauso wie in früheren Access-Versionen aussieht (s. Abb. 5).

pic010.tif

Abb. 5: Die Access 2003-Datenbank sieht unter der Access 2007-Runtime fast wie im Original aus.

Ist Access 2007 schon da?

Vor der Installation sollte man sorgfältig prüfen, ob die Vollversion von Access 2007 schon auf dem Zielsystem vorhanden ist. Falls ja, können Sie die Runtime zwar problemlos installieren, diese überschreibt jedoch offensichtlich vorhandene Dateien und sorgt so beispielsweise dafür, dass beim Schließen von Datenbanken derzeit nicht reproduzierbare Fehlermeldungen auftauchen (kein Service Pack, englische Version).

Kombination mit anderen Access-Versionen

Die Zusammenarbeit mit anderen Access-Versionen ist teilweise problematisch. Dies gilt zumindest für die aktuelle Version ohne Service Pack. Beim Zusammenspiel von Access 2003 und Access 2007 etwa dauert das Öffnen einer der beiden Versionen relativ lange, wenn zuvor die jeweils andere Version verwendet wurde.

Dies gilt allerdings ebenso für die Vollversion, wenn auch Microsoft mit dem ersten Service Pack für Office 2007 Abhilfe schaffen will.

Vertrauenswürdig oder nicht?

Access 2007 führt die so genannten vertrauenswürdigen Verzeichnisse ein. Dabei handelt es sich um Verzeichnisse, deren Access-Datenbanken ohne Wenn und Aber geöffnet werden, während es bei allen nicht in einem solchen Verzeichnis gespeicherten Datenbanken auf die jeweiligen Einstellungen ankommt.

Wer die Access 2007-Vollversion betreibt, kann damit ganz einfach die vertrauenswürdigen Verzeichnisse auf seinem Rechner einstellen. Das scheint jedenfalls die einfachste Möglichkeit zu sein, lästige Sicherheitsabfragen zu umgehen - zumindest, wenn es um eine Anwendung geht, die man an andere Benutzer weitergeben möchte.

Die Alternativen sind, dass der Benutzer bei jedem Öffnen eine passende Meldung bestätigt (s. Abb. 6) oder dass man die Anwendung signiert weitergibt.

pic009.tif

Abb. 6: Diese Meldung erscheint in der Runtime-Version, wenn Access die Anwendung nicht als vertrauenswürdig einstuft.

Das Problem mit dem vertrauenswürdigen Verzeichnis ist jedoch, dass die Runtime-Version von Access keine Möglichkeit bietet, ein solches einzustellen. Dies erledigen Sie mit einem kleinen Skript, das die Dateiendung .reg tragen muss und beispielsweise folgenden Inhalt hat:

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\12.0\Access\Security\Trusted Locations\Location1]
AllowSubFolders (REG_DWORD) = 1
Path (REG_SZ) "C:\Datenbankverzeichnis”

Am einfachsten wäre es, wenn der Benutzer dieses Skript beim Installieren einmalig ausführt.

Setup

Wie weiter oben erwähnt, enthalten die Access Developer Extensions eine Package Solution, mit der Sie Setups erstellen können - allerdings nur für sehr einfache Konstellationen.

Gegenüber professionellen Tools zur Erstellung von Setups fehlen der kostenlosen Microsoft-Variante unter anderem die folgenden Möglichkeiten:

  • Die MSI-Datei prüft nicht, ob Zieldateien schon vorhanden sind, und überschreibt gegebenenfalls alle vorhandenen Dateien.
  • Es gibt keine Möglichkeit, verschiedene Varianten der Anwendung zu installieren - also beispielsweise eine Variante mit Frontend und Backend, eine als Einzelplatzanwendung etc.
  • DLL- oder OCX-Dateien werden nicht automatisch registriert, ebenso fehlt die Möglichkeit, eine passende Funktion hinzuzufügen.
  • Bislang wird nur die englische Sprache unterstützt.

Ein Vorteil ist sicherlich, dass die MSI-Datei automatisch den Registry-Eintrag für das vertrauenswürdige Verzeichnis vornimmt.

Weitere Probleme mit der Runtime

In Newsgroups kursieren weitere Meldungen, die mit dem Einsatz von Datenbanken mit den neuen Access 2007-Features zusammenhängen.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Runtime-Version von Access 2007 ist ein wahrer Segen, zumal sich damit auch Access-Datenbanken älterer Bauart einsetzen lassen. Allerdings bringt sie die Nachteile mit sich, unter denen auch die Vollversion für Office 2007 leidet - wie zum Beispiel die schwierige Zusammenarbeit zwischen Access 2003 und 2007 auf demselben Rechner. Möglicherweise werden diese Probleme aber durch ein Service Pack behoben.

Bleibt zu hoffen, dass Microsoft nicht nur für Office 2007, sondern auch für die Access-Runtime schnell ein Service Pack herausbringt - nebst einer deutschen Version, damit man guten Gewissens Anwendungen mit dieser Runtime-Version ausliefern kann.

Der Package Solution-Assistent wirkt teilweise wie ein Schnellschuss und er liefert auch leider nicht die Features, die man von einem solchen Tool erwarten sollte. Zumindest rudimentäre Möglichkeiten wie das Bereitstellen mehrerer Installationsvarianten wie Frontend/Backend oder Einzelplatzanwendung wären wichtig.

So lautet unsere Empfehlung, sich einmal mit alternativen Installationstools auseinanderzusetzen - wie etwa mit dem kostenlosen Inno-Setup, das wir im Beitrag "Access 2007 Runtime und Inno Setup" beschreiben.

Quellen

[1] Access 2007 Download: Access Runtime: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyID=d9ae78d9-9dc6-4b38-9fa6-2c745a175aed&DisplayLang=en

[2] Access 2007 Download: Access Developer Extensions: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyID=d96a8358-ece4-4bee-a844-f81856dceb67&DisplayLang=en

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