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Diesen Beitrag finden Sie in Ausgabe 6/2004.

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Verwalten von MSDE-Datenbanken, Teil 1

André Minhorst, Duisburg

Der Microsoft SQL Server und dessen abgespeckte Version, die Microsoft SQL Server Desktop Edition (MSDE), unterscheiden sich vor allem dadurch, dass mit dem SQL Server ein Administrationstool namens Enterprise Manager mitgeliefert wird. Dafür finden Sie die MSDE in jedem Office-Paket, das Access enthält, als Beigabe - und das fehlende Administrationstool ist auch schnell gefunden: Anhand des DbaMgr2k zeigen wir Ihnen in dieser Beitragsreihe, wie Sie MSDE-Datenbanken ohne zusätzliche Kosten für Software verwalten können.

Datenbanken verwalten

In Access im Unternehmen konnten Sie bisher bereits mehrere Beiträge zum Thema MSDE finden (Ausgabe 1/2000: Die Microsoft Data Engine, Ausgabe 7/2001 und 1/2002: Mitarbeiterverwaltung mit der MSDE, Teil 1 und 2, Ausgabe 2/2002: Von Access zum SQL Server: Der Einstieg). Diese Beiträge beschreiben zu einem großen Teil die Zusammenarbeit zwischen Access ab Version 2000 und der MSDE.

Was dort fehlt, sind Informationen über die Verwaltung der Datenbanken: Zwar lassen sich aus Access-Datenbanken per Upsizing SQL Server-Datenbanken erstellen und auch das Anlegen neuer Datenbanken von Access aus ist möglich.

Die eigentliche Verwaltung umfasst aber viel mehr - vom Anlegen von Datenbanken über die Verwaltung der Benutzerrechte und das Anlegen und Wiederherstellen von Sicherungen bis hin zum Verwalten von Triggern, benutzerdefinierten Funktionen und gespeicherten Prozeduren.

Im vorliegenden ersten Teil dieser Beitragsreihe fangen wir leicht an, indem wir das benötigte Administrationstool installieren und Datenbanken neu anlegen, aus einem SQL-Skript erzeugen und mit Sicherungen arbeiten. Weitere Teile beschäftigen sich mit dem Sichern und Wiederherstellen von Datenbanken, der Sicherheit und den in Access nicht vorhandenen Objekten wie Sichten (Views), gespeicherten Prozeduren (Stored Procedures), Triggern und benutzerdefinierten Funktionen.

DbaMGR2k

Das Datenbankadministrationstool DbaMGR2k wurde mit Visual Basic 6 erstellt und ist kostenlos. Es bietet eine grafische Benutzeroberfläche und ist eine Alternative zur Verwendung von Osql zur Verwaltung der MSDE per Kommandozeile.

Weitere Informationen zu Osql finden Sie unter folgendem Link: http://support.microsoft.
com/default.aspx?scid=kb;EN-US;q325003

Download

Den Download für das Administrationstool finden Sie unter http://www.asql.biz/DbaMgr.
shtm. Wechseln Sie dort in den Downloadbereich und laden Sie die Datei mit der Beschriftung DbaMgr2k Setup (3.060Mb) herunter.

Wenn Sie mit der deutschen Benutzeroberfläche arbeiten möchten, benötigen Sie auch noch das entsprechende Language-File. Dieses finden Sie unter dem folgenden Link: http://www.asql.biz/
dbamgr/3rdfiles.shtm.

Abb. 1: Anpassen der Spracheinstellungen

Installation

Führen Sie zunächst die Datei Setup_DbaMgr2k.exe aus, um die Anwendung zu installieren. Anschließend fügen Sie - falls gewünscht - die deutsche Sprachdatei Deutsch.ln2 in das Anwendungsverzeichnis des DbaMGR2k ein.

Um die Anwendungssprache auf Deutsch einzustellen, starten Sie den DbaMGR2k, klicken doppelt auf den im linken Bereich des Fensters angezeigten Eintrag SQL Server und wechseln im nun erscheinenden Dialog SQL Server Connection Properties zur Registerseite Settings und stellen die Eigenschaft Language of DbaMGR2k auf Deutsch ein (s. Abb. 1).

Hinweis

Die deutsche Version der Sprachdatei enthält hier und da noch einige Schönheitsfehler - kein Wunder bei mehr als 1400 zu übersetzenden Texten. Wenn Sie dort selbst Hand anlegen möchten, bearbeiten Sie einfach die in der Datei Deutsch.ln2 enthaltenen Texte. (

Wenn die MSDE auf dem lokalen Rechner läuft, können Sie nun auf die Schaltfläche Connect klicken. Anderenfalls stellen Sie die unter Connection Properties vorhandenen Eigenschaften entsprechend dem gewünschten SQL Server ein.

Nach dem ersten Verbinden erscheinen dann alle Texte in Deutsch beziehungsweise in der gewünschten Sprache.

Hinweis

Die Installation und Einrichtung der MSDE und die Art der Anmeldemöglichkeiten kann an dieser Stelle aus Platzgründen leider nicht beschrieben werden. (

Quellcode von DbaMGR2k

Für Access-Entwickler, die auch mal mit Visual Basic arbeiten, dürfte Folgendes interessant sein: Die komplette Anwendung kann auch im Quellcode heruntergeladen und auf eigene Bedürfnisse angepasst werden. Dazu ist lediglich die Angabe Ihres Namens und Ihrer E-Mail-Adresse erforderlich.

Hinweis

Die Verwendung der unter oben genanntem Link zur Verfügung stehenden deutschen Sprachdatei bringt einige kleinere Probleme mit sich: Erstens sind einige Bezeichnungsfelder der verschiedenen Formulare der Anwendungen genau auf die italienische und englische, aber nicht auf andere Übersetzungen ausgelegt. Daher geraten diese gelegentlich zu klein. Andere Elemente wie Formulartitel werden gar nicht in die Mehrsprachigkeit einbezogen. Informationen über eine geplante und der deutschen Sprache angepasste Version finden Sie unter folgendem Link: http://www.ac
cess-im-unternehmen.de/239

Hinweis

.0.html. (

Anlegen einer
Datenbank

Eine "nackte" MSDE-Installation enthält zwar bereits einige Datenbanken (master, model, msdb, tempdb), diese sollten Sie aber für erste Tests nicht heranziehen. Also legen Sie einfach eine neue Datenbank an.

Abb. 2: Eigenschaften der neuen Datenbank

Eigenschaft

Bedeutung

DBName

Name der Datenbank

Dateiname

Name der Datei, in der die Datenbank gespeichert wird

Ort

Verzeichnis der Datenbankdatei

Startgröße

Größe der Datenbank beim Anlegen

Automatische Vergrößerung

Gibt an, ob die Datenbankdatei mit wachsendem Inhalt automatisch vergrößert werden soll.

Dateivergrößerung

Gibt an, wie die Datenbank wachsen soll, wenn der vorhandene Platz voll ist - entweder um eine bestimmte Megabyte-Anzahl oder prozentual.

Maximale Dateivergrößerung

Gibt an, ob die Datenbankdatei unbegrenzt oder nur bis zu einer bestimmten Größe wachsen soll.

Tab. 1: Datenbankeigenschaften

Dazu gibt es die folgenden drei Möglichkeiten:

  • Anlegen einer komplett neuen Datenbank
  • Erstellen einer Datenbank aus einem SQL-Skript
  • Wiederherstellen einer Datenbank aus einer Sicherungsdatei
  • Die nachfolgenden Abschnitte stellen diese drei Möglichkeiten vor.

    Neue Datenbank anlegen

    Mit den folgenden Schritten legen Sie eine völlig neue Datenbank an. Voraussetzung sind entsprechende Berechtigungen:

  • Öffnen Sie mit der rechten Maustaste das Kontextmenü des Eintrags Datenbanken im linken Bereich von DbaMGR2k und wählen Sie den Eintrag Neue Datenbank aus.
  • Es erscheint der Dialog aus Abb. 2. Tragen Sie hier den Namen der Datenbank ein. Außerdem legen Sie hier die in Tab. 1 beschriebenen Eigenschaften fest.
  • Bevor Sie den Dialog mit der Schließen-Schaltfläche verlassen, müssen Sie die Einstellungen der neuen Datenbank speichern, da diese sonst nicht angelegt wird. (
  • Die neue Datenbank ist nun eingerichtet. Um ihre Eigenschaften einzusehen, klicken Sie auf den neuen Eintrag in der Liste der Datenbanken (s. Abb. 3).

    Datenbank aus
    SQL-Skript erstellen

    Die zweite Möglichkeit, eine Datenbank in der MSDE anzulegen, ist die Verwendung eines SQL-Skripts mit den entsprechenden Transact SQL-Anweisungen. Solche Skripts können unterschiedlich aufgebaut sein und beispielsweise nur das Datenmodell (Tabellendefinition und Beziehungen) oder auch Anweisungen zum Hinzufügen von Daten enthalten (INSERT-Statements).

    Abb. 3: Eigenschaften der neuen Datenbank

    Abb. 4: SQL-Skript zum Anlegen einer Tabelle

    Abb. 5: SQL-Skript im Query Analyzer

    Ein gutes Beispiel für Letzteres ist die mit Access mitgelieferte MSDE-Version der Nordwind-Datenbank. Sie finden das SQL-Skript im gleichen Verzeichnis wie die Datei Nordwind.mdb unter dem Dateinamen NordwindCS.sql.

    Es lohnt sich durchaus, einen genaueren Blick in diese Datei zu werfen. Sie enthält folgende Teile:

  • Löschen eventuell vorhandener Tabellen und Sichten die neu angelegt werden sollen
  • Anlegen der Tabellen: Tabellendefinition, Indizes, Berechtigungen (Abb. 4 zeigt beispielsweise die für das Anlegen der Tabelle Customers notwendigen SQL-Anweisungen)
  • Anlegen der Sichten
  • Einfügen der Daten mit INSERT INTO-Anweisungen
  • Einstellen von Anzeige-Eigenschaften der Tabellen
  • Zum Anlegen einer MSDE-Datenbank aus einem SQL-Skript gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Legen Sie eine neue leere Datenbank wie in Abschnitt 3.1 an und nennen Sie diese Datenbank NorthwindCS.
  • Wählen Sie aus der Menüleiste den Eintrag Aktivität ( Abfrage aus.
  • Es öffnet sich ein dem Query Analyzer nachempfundenes Tool. Klicken Sie dort auf die Schaltfläche Abfrage aus Datei aufrufen.
  • Wählen Sie die Datei NorthwindCS.slq aus.
  • Stellen Sie das Kombinationsfeld mit der Beschriftung DB: auf NorthwindCS ein.
  • Der Inhalt der Datei erscheint im oberen Bereich des Query Analyzers. Mit einem Klick auf die Schaltfläche Abfrage ausführen starten Sie die Ausführung des Skripts (s. Abb. 5). (
  • Vom erfolgreichen Import können Sie sich durch einen Blick in das Register Messages des unteren Bereichs überzeugen:

    Gibt es dort keine Fehlermeldungen, hat die Anwendung alle SQL-Anweisungen erfolgreich ausgeführt.

    Abb. 6: Die neue Datenbank mit importierten Tabellen

    Um wirklich sicherzugehen, aktivieren Sie den Eintrag Datenbanken ( NorthwindCS ( Tabellen. Dort sollten wie in Abb. 6 die Tabellen Categories, Customers, Employees und so weiter zu sehen sein.

    Datenbanken sichern und wiederherstellen

    Im Folgenden erfahren Sie zur Komplettierung der Möglichkeiten zur Erstellung einer Datenbank mit der MSDE in Kurzfassung, wie Sie Datenbanken sichern und wiederherstellen können. Eine ausführliche Beschreibung der für die Sicherung notwendigen Vorgehensweise finden Sie im zweiten Teil dieser Beitragsreihe.

    Sicherung erstellen

    Um eine Datenbank aus einer Sicherung wiederherzustellen, benötigen Sie eine Sicherungsdatei. Falls Sie keine derartige Datei vorliegen haben, erstellen Sie diese kurzerhand auf Basis der im vorherigen Abschnitt erstellten Datenbank NorthwindCS.

    Abb. 7: Einstellen der Sicherungsparameter

  • Wählen Sie aus dem Kontextmenü des Eintrags NorthwindCS die Anweisung Backup aus.
  • Stellen Sie im nun erscheinenden Dialog die gewünschten Parameter ein (s. Abb. 7).
  • Als Sicherungsort wählen Sie ein Verzeichnis oder ein Gerät aus - etwa ein Bandlaufwerk (s. Abb. 8). Für dieses Beispiel reicht ein Verzeichnis allerdings aus.
  • Das Sichern einer Datenbank erfolgt über eine T-SQL-Anweisung. Diese können Sie über die Schaltfläche SQL anzeigen lassen (s. Abb. 9).
  • Behalten Sie die übrigen Einstellungen bei. Mit einem Klick auf die Schaltfläche OK erstellen Sie schließlich das Backup. (
  • Abb. 8: Eingabe des Sicherungsmediums

    Abb. 9: T-SQL-Befehl zum Sichern einer Datenbank

    Abb. 10: Wiederherstellen einer Datenbank

    Wiederherstellen einer Sicherung

    Zum Wiederherstellen einer Sicherung muss eine Datenbank mit dem Datenbanknamen der gesicherten Datenbank auf dem Server vorhanden sein. Ist dies nicht der Fall, weil Sie beispielsweise eine Datenbank auf einem anderen Rechner als dem ursprünglichen wiederherstellen möchten, gehen Sie zunächst wie in 3.1 vor, um eine neue leere Datenbank anzulegen.

    Anschließend wählen Sie aus dem Kontextmenü der neu erstellten Datenbank den Eintrag Datenbank wiederherstellen aus.

    Der nun erscheinende Dialog zeigt bereits alle benötigten Daten an, da die Anwendung die Informationen über den vorhergehenden Sicherungsvorgang gespeichert hat (s. Abb. 10).

    Mit einem Klick auf OK können Sie die Datenbank schnell wieder herstellen. Sollten Sie die Datenbank auf einem anderen SQL Server wiederherstellen wollen, müssen Sie hier den Pfad der Sicherungsdatei angeben.

    Zusammenfassung und Ausblick

    Im vorliegenden Beitrag haben Sie eine kostenlose Alternative zum Enterprise Manager kennen gelernt, der mit dem Microsoft SQL Server geliefert wird. Diesen können Sie komplett an eigene Bedürfnisse anpassen, da er auch im Quellcode zur Verfügung steht.

    In den folgenden Teilen dieser Beitragsreihe beschäftigen wir uns mit weiteren Themen, die unter Access nicht in der Form wie beim Microsoft SQL Server und der MSDE berücksichtigt werden:

    Dazu gehört vor allem das Thema Sicherheit und das Anlegen und Wiederherstellen von Sicherungen.

    Außerdem stehen noch Sichten (Views), gespeicherte Prozeduren (Stored Procedures), benutzerdefinierte Funktionen und weitere interessante Funktionen der MSDE, die sich mit dem DbaMGR2k steuern lassen, auf der Liste.

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